Ab dem 1. Oktober 2026 gilt in Potsdam die Einwegverpackungssteuer. Damit ist Potsdam die erste Landeshauptstadt Deutschlands und die erste Kommune in Brandenburg, die diesen Schritt geht.
Rund 950.000 € gibt Potsdam jedes Jahr allein für die Bewirtschaftung öffentlicher Papierkörbe aus. Diese Kosten tragen bisher alle Bürger:innen, egal ob sie Einweg nutzen oder nicht. Die Verpackungssteuer ist dagegen ein verursachergerechter Beitrag: 50 Cent auf Einwegbecher, -geschirr und -verpackungen, 20 Cent auf Einwegbesteck. Wer Mehrweg nutzt, zahlt nichts. Für die Umstellung auf Mehrweg unterstützt die Stadt Gastronom:innen mit bis zu 500 €, für eine Spülmaschine mit bis zu 2.000 €.
Nach Tübingen, Konstanz, Freiburg und Essel ist Potsdam die fünfte Kommune mit Verpackungssteuer, Osnabrück folgt im November 2027. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass der Ansatz wirkt: In Tübingen geben 73 % der befragten Betriebe an, ihren Einwegverbrauch seit 2019 reduziert zu haben, 17 % arbeiten inzwischen ganz ohne Einwegverpackungen. In Konstanz sank die Abfallmenge im öffentlichen Raum 2025 um rund 22 Tonnen, nachdem sie zuvor jahrelang gestiegen war – die Stadt leitet davon eine Reduktion von Verpackungsmüll zwischen 30 – 50 % ab!
Für die Brandenburger Kommunen, die derzeit über eine eigene Steuer beraten sowie für Berlin ist die Potsdamer Entscheidung ein starkes Signal.
01. October 2026